La Familia

by Alexander
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Ungefähr eine Autostunde von Ubon Ratchathani entfernt, in einem sehr kleinen Dorf dicht an der Grenze zu Laos (Tansum, Don Tali) ist Lee geboren und aufgewachsen und jedes Jahr besuchen wir hier ihre Familie. Das Dorf liegt direkt am Mun und außer einer Grundschule und dem obligatorischen Tempel gibt es nur zwei kleine Shops für Lebensmittel. Wie gesagt, ein sehr kleines Dorf, geschätzt ein 300 Einwohner max.

Als erstes direkt mal Lees Mama mit zur Metro nach Ubon genommen und dort den Fortuner bis unters Dach mit Lebensmitteln, Waschpulver, Geschirr usw. vollgepackt. Jahresvorrat! Und dabei gleich noch ein Elektroauto für Lees Sohn aus dem Spielzeugladen mitgenommen. Das Ding geht als Spielzeug schon ziemlich ab und hängt Lees Mama, bei dem Versuch den Kleinen zu stoppen, locker ab.

Und wir hatten wichtige Ziele, die wir erreicht haben: Lees Sohn hat ein neues Zuhause und wird Anfang nächsten Jahres auf eine bessere Schule in Phibun Mangsahan gehen – zusammen mit seinem besten Freund. Und er lebt weiter bei seiner Familie. Viele Gespräche waren notwendig, nicht alle leicht und viele Tränen sind geflossen. Die Familie hält zusammen und am Ende waren sich alle einig, dass wir eine sehr gute und sehr notwendige Lösung für den Kleinen gefunden haben.

Das Haus der Großmutter haben wir um eine Markise aus Aluminium erweitert, einen größeren Fernseher, eine Karaoke Anlage für Smet etc. Da Lee als Baby adoptiert wurde, hatte ihrer Ziehmutter Bualee ihr zwar Land vererbt, das Haus jedoch zu gleichen Teilen ihrem Bruder Banchaa sowie ihrer Schwester Watthana bereits vererbt. Watthana wohnt mit ihrem Mann Kem neben Bualee und betreibt den Lebensmittelladen im Dorf, der auch gleichzeitig Wohnhaus ist. Eigentlich wollten wir, das die beiden Smet mit in ihre Familie aufnehmen, da sie bereits einen Sohn haben und die beiden ungefähr gleichalt sind. Seitens Watthana und Kem gab es keine Einwände, jedoch konnte sich schlussendlich die Großmutter nicht von ihrem Enkel trennen und auch Smet wollte lieber bei ihr bleiben.

Das Problem besteht also in Teilen noch immer, da die Großmutter sich nicht wirklich um die Erziehung des Sohnes ausreichend kümmern kann. Das fängt mit der Schuluniform an, wie sich bei einem Besuch der Schule gezeigt hat und geht über Unterstützung bei Hausaufgaben weiter. Trigonometrie war Bualees Stärke eben noch nie. Wenn Smet nicht zur Schule gehen möchte, ist die alte Frau auch nicht in der Lage entsprechenden Druck auszuüben oder nachzuhaken. Und so verwahrlost der Junge weiter. Aber Reisbauer muss es im Isaan eben auch geben. Nicht jeder ist zum Hirnchirurgen geboren.

Und Lee will nicht mehr zurück in ihr Dorf. Sie hat eine Vergangenheit, auf die andere dort verächtlich herabschauen. Es ist ihr nicht egal. Dafür ist das Dorf zu klein. Und sie müsste sie dazu auch von mir trennen, denn ich ziehe nicht in den Isaan. Bis dahin unterstütze ich den Sohn mit einer monatlichen Überweisung. Die Großmutter wird von ihrer Tochter mit dem Lebensmittelladen sowie ihrem Sohn, der mittlerweile eine Stelle als Lehrer gefunden hat unterstützt.

Der Blaue Bock

Den → Blauen Bock habe ich von Bangkok wieder zurück nach Pattaya verschickt und lasse ihn dort wieder, zusammen mit etlichen Kisten voll Klamotten und Hausrat, bis zum nächsten Besuch einlagern. Wie Hausrat? Aber sicher, denn die meisten Appartements sind zwar möbliert, haben aber kaum brauchbare Haushaltsgeräte im Angebot. Und jedes Mal neu kaufen??

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