Mit dem Moped nach Bangkok

by Alexander
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Von Pattaya nach Bangkok mit dem Moped ist eigentlich nur was für Verrückte. Jedem Thai, dem ich davon erzählt habe, hat entweder ungläubig geschaut oder gegrinst, oder dank thailändischer Höflichkeit, keins von beiden.

Um den Berufsverkehr zu vermeiden, habe ich mir einen Sonntag ausgewählt, musste aber feststellen, dass das in Bangkok überhaupt keinen Unterschied macht. Die Blechlawinen, die sich in der Metropole an den Ampeln stauen, sind auch am Wochenende endlos. Aber da haben der → Blaue Bock und ich ja einschlägige Erfahrungen in Bangkok.

Lediglich die Gewöhnung bezüglich der Fahrweise zwischen dem verträumten Pattaya und der hektischen Hauptstadt hat ca. zwei Minuten gedauert. Mit Spielzeug-Hupe und Taschenlampen-Aufblendlicht verweise ich LKW Fernfahrer gnadenlos in ihre Schranken. Da haben die aber Angst bekommen, die Fernfahrer mit ihren donnernden 30 Tonnen-Panzern…

Chon Buri

Als Mopedfahrer darf ich die mautpflichtigen Autobahnen (Motorway) nicht benutzen. Wollte ich auch gar nicht, da ich ein bisschen Land und Leute sehen wollte. Der Teil von Pattaya nach Chon Buri, der nächsten größeren Stadt, ist noch recht angenehm zu fahren. Die Fahrbahn ist drei- bis vierspurig in jede Richtung und der Straßenbelag für thailändische Verhältnisse recht gut. Die Fahrt dauert mit zügiger Geschwindigkeit ca. 1 Stunde.

Auf dem Bild kann man das gut sehen: die blaue 7 ist der Highway, also die neue Autobahn nach Bangkok – komplett als Brücke gebaut und kostet Maut. Wird daher vom Fernlastverkehr gemieden. Und für Roller gesperrt. Die weiße 3 die „alte“ Autobahn nach Bangkok, keine Brücke ist dagegen kostenlos befahrbar und für alle freigegeben, vom Dreirad bis zum Schwertransporter.

Sobald man mehr als 5 km aus Pattaya raus ist, werden die Hotels seltener und alle Schilder unleserlich – zumindest für mich. Aber kein Problem – immer geradeaus. Hatte ich mir vorher auf der Karte alles angesehen.

Nach Chon Buri war’s aber vorbei mit der Gemütlichkeit. Man rast mit dem Berufsgüterverkehr auf der alten Schnellstraße, unterhalb der neuen Autobahntrassen, um die Wette und versucht dabei den größten Schlaglöchern auszuweichen. Das die LKWs nicht europäischem Standard entsprechen, kann man sich ja denken. Würde selbst im hintersten Andalusien jeder Schrotthändler ablehnen.

Diese Asphaltralley ging mir weniger auf die Nerven als auf’s Kreuz. Neben all den Schwerlastkraftwagen um einen herum, stehen riesige Pfeiler, die die breiten Trassen über einem stützen. Unglaublich was hier an Beton verbaut wurde. Und das kleine Moped zwischen und drunter durch. Das geht bis ca. 30km vor Bangkok so. Visier runter und durch!

Bangkok

Kommt man in die Nähe von Bangkok ändert sich das Bild. Zwar ist man noch immer von Beton und LKWs eingerahmt, kann aber seitlich davon auf einer Art Parallelstraße fahren, an der sich Wohngebäude, kleinere und größere Geschäfte, Tankstellen und Autowerkstätten abwechseln. Alles nicht für Touristen gemacht, die meistens vom Flughafen kommen und hoch oben auf dem Highway mit dem Taxi von alldem nichts sehen.

Bangkok selber ist ein einziger Stau! Kaum kommt man in die Nähe der ersten Ampel geht’s auch schon direkt nicht mehr weiter. Zumindest mit dem Auto. Daher führen die Autobahnen auch ziemlich weit in den Stadtkern hinein und haben eine ganze Reihe von Ab- und Auffahrten.

Leider hat das GARMIN trotz Einstellung „Fahrrad“ in Bangkok total versagt! Und genau so nenne ich das Teil seitdem: → Der Versager.

Nachschlag

Nach insgesamt fünf Stunden Fahrzeit endlich total verstaubt und verdreckt, aber glücklich angekommen. Der andere Schatz war derweil mit dem Gepäck und Taxi auf dem Motorway 7 (siehe Bild) schon voraus gefahren und wartete seit Stunden ungeduldig im Hotel.

Einziger Kollateralschaden sind die Verbrennungen 1. Grades an den Händen, die auch nach drei Tagen immer noch schmerzen. Arme sind zwar ebenfalls betroffen, aber kein Vergleich. Und mit EINEM Messer im Rücken, geh ich noch lange nicht nach Hause: Es gibt noch eine ältere Strecke ab Chon Buri bis Bangkok, die ziemlich dicht an der Küste entlang führt.

Die werde ich mit Sicherheit nochmal abfahren – spaßeshalber.

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