Tour durch den Isaan

by Alexander
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Ubon Ratchathani → That Phanom → Nong Khai → Vientiane (Laos) → Khon Kaen → Ubon Ratchathani.

Das ist die geplante Reiseroute für die Tour durch den Isaan. Start ist in Ubon Ratchathani im Süden bis zum Norden nach Nong Khai mit einigen Zwischenstopps, bei denen wir auch übernachten. Für die knapp 1.000 Kilometer habe ich sechs Tage geplant – genug um stressfrei zu touren und uns in aller Ruhe umzuschauen.

Tag 1 – Ubon Ratchathani

Nur eine Flugstunde von Bangkok liegt Ubon Ratchathani. Von hier aus starten wir. Ubon liegt im südlichen Teil des Isaan, dem Dreiländereck Thailand, Laos und Kambodscha und ist mit 100.000 Einwohnern die 4. größte Provinz und gleichzeitig eine von 19 Provinzhauptstädten des Isaan. Der Isaan bildet den nordöstlichen Teil Thailands und ist die ärmste Region des Landes.

Übernachtet haben wir zunächst im Faule-Eier-Gestank → Pen Ta Hug Hotel. Am nächsten Tag dann fluchtartig ins gegenüberliegende → Rapeepan Ville Hotel umgezogen.

Personenbeförderung

Da ich mich ein bisschen im Isaan umsehen will, und einen Abstecher nach Laos plante, habe ich einen →SUV für die verbleibenden 14 Tage in Ubon gemietet. Nicht so einfach wie man denkt, sich ein Auto dieser Größe mal eben hier zu mieten. Kleinwagen bis zum Abwinken, aber wer die Straßenverhältnisse in den ländlichen Gegenden im Norden Thailands kennt, weiß warum die großen Geländewagen Mangelware sind. Sicher, es gibt in den größeren Städten kleine Flughäfen, aber letztendlich will ich mehr als immer nur die Miniaturausgabe eines Landes zu sehen.

Nach langen Verhandlungen mit etlichen Vermietern habe ich einen Toyota „Fortuner“ neueren Datums ausfindig machen können. Und dabei festgestellt, dass die Mietwagenbranche in Ubon Ratchathani von nur einer Familie dominiert wird: Wathana Rental Cars. Alle anderen haben nur Klein- und Kleinstwagen im Angebot. Alles zu klein und eng für mich – ich brauche PLATZ! Der Fortuner ist hier sozusagen der Goldstandard. Andere SUVs gibt es erst gar nicht.

Leider habe ich später erfahren, dass es nicht erlaubt ist die Mietwagen über die Grenze mitzunehmen, da der Vermieter in einem fremden Land selber keine Möglichkeit der Hilfe hat und evtl. das Auto Vorort nur schwer reparieren bzw. wieder zurück bekommt, da er selber die fremde Sprache nicht spricht. Ok, hab ich schweren Herzens einsehen müssen.

Tagespreis 2.200 Baht für die Scherbel (ca. 56 Euro) inkl. Vollkasko mit 5.000 Baht (ca. 128 Euro) Selbstbeteiligung. Fair!

Tag 2 – That Phanom

Vorbei an Mukdahan, direkt nordwärts und gute vier Autostunden von Ubon Ratchathani entfernt liegt That Phanom. Der Mekon bildet hier die natürliche Grenze zu Laos. Allerdings gibt nur zwei Brücken zum benachbarten Land. Eine beiden ist 100km weiter im Süden im erwähnten Mukdahan zu finden – die „Freundschaftsbrücke #1“. Die andere weit im Norden, in Nong Khai. Und genau, sie heißt „Freundschraftbrücke #2“. 🙂

Übernachet haben wir im → thatphanomplace Hotel.

That Phanom würde auf keiner Karte auftauchen, wäre hier nicht die bedeutendste Tempelanlage im Isaan, der Wat Phra That Phanom, was zu Deutsch sowas wie „der Tempel That Phanom im Dschungel“ bedeutet. Das Kaff lebt von nur von Touris, die von überall aus dem Land angereist kommen und mindestens einmal im Leben in diesem Tempel zu Buddha beten wollen. Ansonsten ist hier der Hund begraben. Nicht mal Restaurants habe ich abends in der Innenstadt finden können.

Wat Phra That Phanom

Die Tempelanlage ist beeindruckend und ziemlich groß. Draußen um die Anlage campieren Händler und lauern hinter ihren Ständen auf Opfer. Hier gilt es eisern zu bleiben und Räucherwaren, Blumen, Blattgold oder Andenken aller Art ausschließlich von den Mönchen in der Anlage zu kaufen. Das Blattgold ist daumennagelgroß und haftet leider ausgesprochen schlecht an den dafür vorgesehenen Buddhas – egal.

Die Mönche leben um die Anlage herum, die in der Nacht zwar beleuchtet ist, aber irgendwann geschlossen wird. Für den „Gebrauch“ der Anlage gibt es eine Anleitung, die aber wahrscheinlich noch nie in eine andere Sprache übersetzt wurde. Mit den Blumen und Räucherstäbchen drei Mal barfuß um den Tempel laufen und dabei gute Worte murmeln lass ich mir ja noch gefallen. Obwohl es ziemlich heiß war. Aber Punkt 4 oder 5 der Anleitung besagt ein mindestens 1-stündiges Meditieren VOR dem Haupttempel, also draußen. Zum Glück bin ich ja kein Buddhist. In das innere Sanktum kommt man als Tourist ohnehin nicht.

Spät am Abend kommen die Mönche in den Tempel um zu beten und jüngere Mitglieder in der Verehrung Buddhas zu unterweisen. Aber manchmal ist ein Tourist einfach interessanter…

Der Haupteingang der Anlage von innen gesehen
Der Haupteingang der Anlage von innen gesehen
Die Farbe des Buddha ist Gold. Und natürlich ist Wegbeleuchtung dann im Tempel auch aus Gold.
Hier herrschen strenge Kleidervorschriften - für Frauen. Bei Männern drückt Buddha schon mal ein Auge zu.
Die Mauer zwischen der äußeren und inneren Tempelanlage
Schuhe aus - In Asien durchaus üblich wenn man ein Haus betritt, und selbstverständlich bei einem Tempel.
Ein kleinerer Tempel in dem eine riesige Glocke hängt. die man gegen eine Spende seiner Wahl 3 x schlagen kann und Glück bringt.
Bedienungsanleitung für den Tempelbesuch.
Der Haupttempel am Abend.
Ein weiterer Buddha im äußeren Ring. Im Hintergrund die Riesentrommel, die man 3x schlagen und sich dabei etwas wünschen kann.
Der Haupttempel
Eins von den Dingen passt nicht zu den andern... 🙂
Hier sieht man mal die Dimensionen im Gebetshaus.
Neben der großen Buddha-Statue wohnen in dem größten Gebetshaus der Anlage auch Mönche.
Der äussere Ring des Tempels
Das Teil hat schon eine beachtliche Höhe.

Tag 3 und 4 – Nong Khai

Eine Kleinstadt mit rund 50.000 Einwohnern am Ufer des Mekong. Kein Schwein würde sich für Nong Khai interessieren, wäre dort nicht seit 1994 die „Freudschaftsbrücke #2“ nach Laos. Viele ausländische Touristen kommen hier her um mit einem „Visa-Run“ ihr Visum verlängern zu lassen. Aber die Stadt ist auch Ziel vieler thailändischer Besucher, die einen Abstecher nach Laos planen, denn hier gibt es ja besagte Brücke. Und genau deshalb ist Non Khai eine Etappe der Tour durch den Isaan.

Abzocke oder einfach nur unfähig?

Ungefähr 20km hinter dieser Brücke befindet sich Laos Hauptstadt Vientiane und ein paar alte laotische Tempelanlagen. Und die wollte ich eigentlich besuchen. Mit einem Tourguide, welcher der deutschen oder zumindest englischen Sprache mächtig ist. Eigentlich! Und man braucht ein Visum für die Ein- und Ausreise nach Laos. Die Tourismusbranche in Nong Khai ist leider komplett auf die Abzocke der angereisten Touristen spezialisiert.

Das Angebot der Reisebüros wird künstlich knapp gehalten und eben noch vereinbarte Preise steigen schnell mal um 20%. sobald man den Pass für Visazwecke abgeben hat. Zusagen gelten am nächsten Tag nicht mehr, der versprochene deutschsprachige Tourguide kann dann nur noch Thai und radebrecht sich einen auf Englisch ab. Ok, man könne mich auch nur in der Stadt rumfahren, eben ohne Guide. Ach so?! Die vorher draufgeschlagenen 20% werden dann auch großzügig als Rabatt für diesen Fall auch wieder abgezogen. Dafür soll ich aber eine der Angestellten mitnehmen, damit sie ebenfalls die Stadt kennenlernt?! A. Will ich nicht die Stadt sehen und B. schon garnicht mit der  Azubi im Schlepptau.

Die Tour wird in Thailand gebucht, der Tourguide kommt zum gewünschten Termin aber aus Laos. Für einen thailändischen Tourguide verlangt die laotische Regierung außerdem einen Aufschlag. Daher gibt es erst gar keine. Ja, man hätte jetzt einen Guide und der würde auch englisch sprechen. Ich traue der Sache nicht, mit dem Guide kurz reden. Geht nicht, der wartet ja in Vientiane. Ok, dann holt den Typ mal ans Telefon: eine Aktion, die 10 Minuten dauert, weil… ja, der würde ja draußen in seinem Auto warten und schwierig und hin und her… Endlich ist jemand am Telefon, der behauptet der Tourguide zu sein. Leider spricht der auch nur sehr langsames und miserables Englisch. Das soll der Guide sein?? Geht gar nicht…

Nach zwei Stunden habe ich aufgegeben. Stillschweigend habe ich die bereits ausgefüllten thailändischen und laotischen Visakarten aus unseren Pässen genommen, die hübschen Passbilder zurückgegeben und mich mit einem thailändischen Wai (gefaltete Hände und Verbeugung) sowie einem „kop khun kap“ (Danke schön) mit kleinen, schnellen Schritten entfernt.

Das mit dem Visa-Run scheint auf thailändischer Seite eine Standardprozedur ohne Probleme zu sein. Brauchte ich aber nicht, da mein Visum noch gültig ist. Einen Tourguide holt man sich am besten direkt in Vientiane. Dazu sollte man dort übernachten und auch dort buchen. Das nächste Mal einfach mit dem Flieger hin.

Übernachtet haben wir im → Royal Nakhara Hotel.

Tag 5 – Khon Kaen

Nach Nakhon Ratchasima ist Khon Kaen, die zweitgrößte Stadt im Issan und zugleich Landkreis und Provinz.

Bevor es wieder zurück nach Ubon Ratchathani ging, habe ich einen Stopp in Khon Kaen eingelegt, weil mich bei der Fahrt durch den sehr ländlichen Isaan auch die größeren Städte interessiert haben. Abgesehen davon, dass ich mich im Laufe der Reise auch immer besser an den thailändischen Fahrstil angepasst habe, hat →der Versager während der Tour durch den Isaan deutlich bessere Dienste geleistet und war wesentlich zuverlässiger als in Bangkok.

Wat Khon Kaen

Wie in allen größeren Städten Thailands gibt es in der Innenstadt ein großes Einkaufszentrum, das meist CENTRAL FESTIVAL heißt, sowie einen Tempel. Oft ist der Tempel im Stadtzentrum auch gleichzeitig der Geburtsort der Stadt, also dort, wo ehemals der Grundstein gelegt wurde oder das tatsächliche Zentrum der Stadt entstand. Vom Tempel habe ich nur eine Außenaufnahme gemacht, da es gefühlte 50 Grad waren, die Sonne mir den Pelz verbrannt hat und ich gehört habe, dass dieser ständige Wechsel zwischen Klima im Auto und draußen schwitzen ja auch nicht gut für die Gesundheit sein soll.

Runter von meiner Motorhaube

Beim Tankstopp stellte mir die Bedienung vor Scheiben reinigen plötzlich ein Schild auf die Motorhaube. WTF?? Runter mit dem Ding! Beim näheren Hinsehen habe ich erkannt, dass wohl Dinge abgebildet sind, die ich im Tankeshop kaufen soll. Und bestimmt irgendwas superleckeres, das ich aber aus Ignoranz des Unwissenden verschmäht habe. So ein Pech! Verstanden habe ich nur die Bezahlmittel, den die waren natürlich das Wichtigste und daher in Englisch plus die entsprechenden Symbole. Und anrufen durfte ich auch keinen…

Übernachtet haben wir im → Green Hotel & Ressort.

In Khon Kaen sind wir an diesem Tag nur ein bisschen durch die Stadt gefahren, haben einen Stopp beim Tempel und im CENTRAL FESTIVAL gemacht und sind am nächsten Tag, dem 6. und letzten Tag, wieder zurück nach Ubon Ratchathani gefahren, dem Ende unserer Tour durch den Isaan.

Schön war’s!

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